Die Stele soll für Alle sichtbar ein Zeichen für die engagierten  Bürgerinnen und Bürger aus Machtlfing sein,  die 1944  Herrn Albrecht Haushofer Unterschlupf gewährten.  

Albrecht Haushofer, war nach dem Scheitern des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944 noch bis 27. Juli in Berlin und reiste dann  mit einem Passierschein am 28. Juli 1944 nach Garmisch – Partenkirchen.

Bis 1.  August 1944 blieb er auf der Alm seiner Eltern  in der Nähe der Partnach Klamm.  Er verabschiedete sich von seiner Mutter und  machte er sich auf den Weg – angeblich Richtung Berlin – aber es ging in die Richtung Hartschimmelhof und zum Klostergut Kerschlach, das den Missionsbenedikterinnen aus Tutzing gehörte.  

Nachdem der Unterschlupf  „Kloster Kerschlach“  unsicher wurde,  denn die Gestapo suchte sehr intensiv nach Allen  die mit dem Attentat auf Hitler zu tun hatten, bat die Oberin aus Tutzing die ihr bekannte Familie Dr. Otto, Herrn Albrecht Haushofer ein Versteck zu gewähren.  So verstecke sich Albrecht Haushofer ungefähr 7 Wochen lang u.a. in der Wohnung der Familie Otto in Machtlfing, im Kirchturm von Machtlfing und auch in einem Stadl,  dem Popp Stadl,  außerhalb von Machtlfing auf dem Weg nach  Kerschlach.

Nur wenige Leute hatten davon Kenntnis -  wohl aber auch Pfarrer Enzensberger und der Kirchenchor.

Vor 73 Jahren, fast auf den Tag genau,  am 18. September 1944 kam ein SS-Kommando nach Machtlfing und suchte  nach Albrecht Haushofer.  So hielten Sie u.a. auch Herrn Johann Sontheim an der gerade mit seinem Milchfuhrwerk unterwegs war und durchsuchten ihn. Den Popp-Hof mit seinem Stadl krempelten sie regelrecht um, ebenso  die Wohnung der Familie Otto.  

Albrecht Haushofer war am 18. September ganz in der Nähe und konnte durch das geschicktes Hinhalten der Gestapo durch Herrn Dr. Otto aus Machtlfing  fliehen.

Albrecht Haushofer machte sich wieder zu Fuß auf  in Richtung Garmisch – Partenkirchen und versteckte sich in Graseck  auf dem Bauernhof Zahler.

Am 07. Dezember 1944 wurde er dort verhaftet und nach Berlin Moabit gebracht.

Obwohl man in Machtlfing Albrecht Haushofer nicht gefunden hatte wurde  die junge Familie Otto, der Vater und die Schwester Symphorosa aus dem Kloster Kerschlach  ins Gefängnis nach Weilheim gebracht.  

Die beiden Männer Otto  kamen in das KZ Dachau, die junge Frau Otto und die Schwester Symphorosa nach München in Einzelhaft.

Schwerkrank, körperlich  und seelisch gebrochen kam die Familie  Otto 1945 wieder nach Hause und auch Schwester Symphorosa zurück in ihr Kloster.

Albrecht Haushofer wurde in der Nacht vom 22. auf  23. April 1945 in Berlin – Moabit erschossen.  

Wie ist diese Aktion entstanden?

Die Idee für diese Aktion stammt von Herrn Gemeinderat  Johann Albrecht, der 2015 über die Ausstellung und die Aktionswoche in Tutzing zum 70. Todestag von Albrecht Haushofer  wachgerüttelt wurde.  Sein Ansinnen war und ist vor allem an die Bürger zu erinnern, die 1944 ihr Leben auf Spiel setzten  und sich selbstlos für einen hilfsbedürftigen Flüchtenden einsetzten.  

Es sollte ein gemeinsames Projekt Gemeinde und Bürgerinnen und Bürger werden.

Ein Arbeitskreis hat sich mit den Inhalten auseinander gesetzt. Über Gedenktafel und Gedenkstein kamen wir mit  unseren Künstlern Frau Franzika Ghirardo und Herrn Franz  Nickel aus Erling und zur Stele.

Unsere  Bürger wurden mit zahlreichen Zeitungsberichten, mit Andechs aktuell, einer eigenen  homepage und einer Bürgerinformationsveranstaltung in Machtlfing unterrichtet und eingebunden. Auch der Gemeinderat hat kontrovers diskutiert und hat das o.k. für die Aktion und eine  finanziellen Unterstützung zu beschlossen.  Zudem  wurden auch die Bürger um Spenden aufgerufen.  

Der  Standort für die Stele wurde unterhalb der Alten Schule, direkt in der Mitte von Machtlfing gefunden.